In der Trauer nicht allein:

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Angebote für trauernde Menschen in der Wetterau
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"Wertvoll von Anbeginn - Kinder die starben, bevor sie ins Leben kamen"

Eine begleitete Selbsthilfegruppe und Möglichkeit der Einzelbegleitung für Eltern mit der

Erfahrung von glückloser Schwangerschaft (Fehlgeburt) und stiller Geburt (Totgeburt).

 

Kontaktpersonen:

Klaus Stemmler, Seelsorger (06032 / 9 25 90 93)

Cornelia Launhardt, Hebamme (06003 / 18 77)

 

Träger: Ev. Stadtkirchengemeinde 61191 Ober-Rosbach, Bergstr. 10

 


Gedenkfeier am Ostermontag 2011
Gedenkfeier am Ostermontag 2011

 

Rosbacher Projektgruppe

gründet ein Forum für Eltern, die den erhofften Nachwuchs

noch vor oder mit der Geburt verloren

 

Es gibt kaum etwas Schöneres, als die meist langersehnte Gewissheit, schwanger zu sein. Doch was, wenn diese glücklos bleibt? Im neuen Projekt «Wertvoll von Anbeginn» verarbeiten Rosbacher Frauen nun gemeinsam den Tod ihrer ungeborenen Kinder. (Von Jana Kötter, Frankfurter Neue Presse 31.01.2011)

 

Rosbach. Nach zwei glücklosen Schwangerschaften hat Silke Bergen thum den Mut gefunden, zum fünften Mal schwanger zu werden. Aus ihrer eigenen Erfahrung wuchs die Idee, gemeinsam mit Klaus Stemmler und Cornelia Launhardt in Rosbach eine Selbshilfegruppe zu gründen. «Schmerz und Traurigkeit halten mich fest gefangen.» Mit gesenktem Blick liest Elisabeth Knecht die letzten Worte des Gedichtes. Oft ist es schwer, Worte zu finden. Worte für die tiefe Traurigkeit, die in einer Frau wohnt, die ihr Kind noch vor der Geburt verloren hat. Mit ruhiger Stimme fährt sie fort. «All die Wochen voller Bangen und Hoffen…» Bei einer jungen Frau rinnt die erste Träne über die Wange. Tropft lautlos auf das anthrazitfarbene Plastik des Tisches. Seelsorgerin Elisabeth Knecht erhebt sich von ihrem Stuhl. Mit einem aufmunternden Lächeln schwenkt sie ein Päckchen Taschentücher in der rechten Hand. «Auch das gehört heute Abend dazu.» Seit zehn Jahren ist Knecht als Seelsorgerin am Frankfurter Universi- tätsklinikum tätig.

 

Schmerz geht nie vorbei

«Wie lange dauert das denn, bis dieser Schmerz endlich vorbei ist?», fragt die junge Frau leise. Das weiße Papiertaschentuch hält sie fest umklammert. «Das geht nie vorbei», antwortet Cornelia Launhardt (54), noch bevor die Seelsorgerin Aufmunterndes sagen kann. «Es wird vielleicht besser, die Phasen ohne den Schmerz werden länger. Aber die Momente der Trauer kommen immer mal wieder.» 29 Jahre wäre ihre Tochter heute alt. Ein Dutzend Frauen sitzen in Grüppchen an runden Tischen im Gemeindezentrum. Mineralwasser, Knabbereien – die Tische sind liebevoll eingedeckt. «Der Wunsch für solch ein Zusammentreffen kam direkt aus der Gemeinde», erzählt der Rosbacher Gemeindereferent und Seelsorger Klaus Stemmler.

 

Austausch mit anderen

«Die glücklose Schwangerschaft ist ein Thema, das viel Betroffenheit mit sich bringt.» Das Sterben der guten Hoffnung, der Umgang mit Freunden und Familien, die eigenen Schuldzuweisungen. Es ist das Gespräch untereinander, was den Frauen dabei zu helfen scheint. Der Austausch mit anderen Leidtragenden ist es, der aufmuntert. Der Kraft gibt. «Frauen, die das nie erlebt haben, können sich immer nur bemühen, den Schmerz zu verstehen. Aber tatsächlich können die das doch gar nicht!», sagt Daniela Meuer, und etwas leiser fügt sie hinzu: «Wie denn auch?» Die 45-Jährige rät allen zum Besuch einer Selbsthilfegruppe. «Das hat mir damals sehr geholfen.» Nachdem die Idee, solch eine Hilfe auch in der Wetterau zu leisten, in Rosbach keimte, hat sich eine dreiköpfige Projektgruppe um Gemeinde- referent und Seelsorger Klaus Stemmler gegründet. «Die Sensibilität für das Thema hat in den letzten Jahren stark zugenommen», lobt Elisabeth Knecht.

 

In einer Selbsthilfegruppe lernen die Betroffenen, dass jeder anders trauert. «Dass man nicht alleine ist und es viel öfter vorkommt, als man denkt», fügt Inka Kamradt hinzu. Dass es aber auch wieder bergauf gehen kann. Drei Jahre ist es bei der 36-Jährigen nun her. Der Schmerz ist noch immer da. Doch mittlerweile kann sie auf all das Erlebte auch mit einem Funken Stolz zurückblicken. «Dass wir so etwas durchstehen können, hätten wir alle doch nie von uns gedacht, oder?» Neuen Mut gefasst hat auch Mit-Initiatorin Silke Bergenthum. Zwei Fehlgeburten musste die 36-Jährige verschmerzen. Und erwartet in drei Wochen ihr viertes Kind – gesund.


Einweihung  zu Weihnachten in 2010
Einweihung zu Weihnachten in 2010

 

 

 

 

 

Zwei Menschen,

Mann und Frau,

einander in Liebe zugetan.

Eingebettet in eine liebende Zuwendung

entsteht neues Leben:

Ein winziger Anfang erstrahlt verheißungsvoll

- Menschen sind „guter Hoffnung“.

 

Der Bildhauer Franz Donner aus Heiligenkreuz a.W.

(A, Nähe Graz) hat sie erschaffen. Sie trägt den Titel:

„Bedenke Mensch, Du bist wertvoll von Anbeginn“

und befindet sich in der Ev. Stadtkirche zu Rosbach.

 

 

"Die Skulptur mag uns an vieles erinnern:

Zu Weihnachten

an den Weg, den Gott nimmt,

um uns Menschen nahe zu kommen,

an die schöpferische Kraft zweier Liebender,

die einem neuen Leben Heimat schenken,

letztlich an unser aller Ursprung und Anfang:

DU bist wertvoll von Anbeginn!

 

Das ist Frohbotschaft für uns Lebende,

das ist Trostbotschaft mit Blick auf jene,

die bereits von uns gegangen sind:

Alle miteinander sind wir in den Augen Gottes

„wertvoll von Anbeginn“!"

(Klaus Stemmler)

 

 

Ein Gedenken für Kinder die starben,

bevor sie ins Leben kamen

 

Du warst ein Kind des Lebens.

Wir wollten Leben weitergeben

und uns selbst beschenken lassen.

 

Du bleibst unser Kind.

Doch du bist ein Kind der Sehnsucht,

das zu einem Kind der Trauer wurde.

 

Du hast sie nicht gesehen,

den Sonnenglanz und die Mondsichel.

Du hast nicht in unsere leuchtenden Augen geschaut.

 

Nun aber siehst du das Licht,

das strahlende, wärmende Licht

der Liebe Gottes.

Auch du wohnst im Hause Gottes,

wo viele Wohnungen sind.

 

Du bist gesegnet

du Kind der Hoffnung, der Freude

und des Lebens.

und mit dir ist gesegnet

unsere Trauer um dich,

du Kind bei Gott.

 

(Hanna Strack)